EuroWire , GENF: Nichttarifäre Handelshemmnisse wie Produktnormen, Gesundheitsvorschriften und Zertifizierungsanforderungen verursachen laut einem diese Woche von der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation (UNCTAD) veröffentlichten globalen Handelsbericht vom Mai 2026 für 88 % der Länder höhere Exportkosten als Zölle. Der Bericht stellt fest, dass diese Entwicklung den Marktzugang verändert, da der Handel zunehmend von der Einhaltung regulatorischer Anforderungen und nicht mehr allein von Zöllen abhängt. Besonders betroffen sind kleinere Entwicklungsländer und die am wenigsten entwickelten Länder, deren Unternehmen oft nicht über die Kapazitäten verfügen, die komplexen Vorschriften in verschiedenen Märkten zu erfüllen.

Laut dem Bericht werden die Zölle nach Jahren des Rückgangs im Jahr 2025 wieder ansteigen. Die globalen Exportzölle werden für Industrieländer um 10 %, für Entwicklungsländer um 16 % und für die am wenigsten entwickelten Länder um 18 % steigen. Dennoch bleiben nichttarifäre Handelshemmnisse für die meisten Exporteure der größte Kostenfaktor. Die UNCTAD erklärte, diese Maßnahmen umfassten sowohl direkte Beschränkungen wie Lizenzpflichten und Quoten als auch technische Vorschriften zum Schutz von Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Diese Vorschriften können die Handelskosten weiterhin erhöhen, indem sie den Informations-, Test-, Zertifizierungs- und Verwaltungsaufwand vor dem Markteintritt von Waren steigern.
Die UN-Handels- und Entwicklungsorganisation (UN TDD) erklärte, die handelspolitischen Interventionen seien aktiver geworden und legten einen stärkeren Fokus auf nationale Sicherheits- und geopolitische Belange. Laut ihrem Bericht haben technische Handelshemmnisse, sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen, Zölle und andere nichttarifäre Handelshemmnisse zugenommen, und neue nichttarifäre Handelshemmnisse seien 2025 immer noch fast doppelt so häufig wie Zollmaßnahmen. Obwohl Zölle im Fokus stünden, seien regulatorische und administrative Anforderungen zu einem zentralen Bestandteil von Handelsabkommen geworden, da sie mittlerweile den effektiven Marktzugang in vielen Sektoren bestimmen.
Die Entwicklungsländer tragen die größte Last.
Der Bericht stellt fest, dass die Auswirkungen ungleichmäßig verteilt sind. Viele Entwicklungsländer sehen sich mit steigenden Zöllen konfrontiert und müssen gleichzeitig höhere Kosten für die Einhaltung von Normen und Zertifizierungen tragen. Die durchschnittlichen Zollsätze für Exporte aus Lateinamerika haben sich demnach mehr als verdoppelt, während Exporteure in Afrika, Ostasien und Südasien ebenfalls einem stärkeren Druck ausgesetzt sind als Industrieländer. Für kleinere Unternehmen kann sich das Kostenproblem verschärfen, wenn akkreditierte Labore oder Zertifizierungsstellen im Inland nicht verfügbar sind. In diesem Fall müssen die Produkte über Drittländer geleitet werden, um die Konformität vor dem Versand nachzuweisen.
Laut UNCTAD verlieren die am wenigsten entwickelten Länder rund 10 % ihrer Exporte in die G20-Märkte, weil sie nichttarifäre Handelshemmnisse schlechter einhalten können als andere Entwicklungsländer. Dies mache die Regulierungskosten sowohl zu einem Entwicklungs- als auch zu einem Handelsproblem. Anstatt Maßnahmen abzuschaffen, die oft legitimen politischen Zielen dienen, nennt der Bericht zwei praktische Wege zur Reduzierung der Belastung: mehr Transparenz und verstärkte regulatorische Zusammenarbeit, einschließlich einer besseren Angleichung oder stärkeren gegenseitigen Anerkennung verschiedener Regulierungssysteme.
Laut UNCTAD erhöhen Transparenzlücken die Handelskosten
Der Bericht stellte fest, dass mangelnde Transparenz selbst ein großes Hindernis darstellt. Die meisten nichttarifären Maßnahmen unterliegen zwar den Meldepflichten bei der Welthandelsorganisation (WTO) , doch diese werden nicht immer erfüllt. Unternehmen müssen sich daher durch ein unübersichtliches Regelwerk zu Kennzeichnung, Zulassungen, Sicherheit und Normen kämpfen. Die UNCTAD zitierte Studien, die zeigen, dass mehr Transparenz die mit nichttarifären Handelshemmnissen verbundenen Kosten um etwa 19 % senken könnte. Nicht angemeldete Maßnahmen hingegen können Kosten verursachen, die mit einem Zoll von 28 % vergleichbar sind. Für kleinere Unternehmen können diese versteckten Kosten den Marktzugang gänzlich verhindern.
Die UNCTAD erklärte, es gäbe bereits Instrumente, um diese Informationslücke zu schließen, darunter die TRAINS-Datenbank und der Global Trade Helpdesk, die handelsbezogene Anforderungen auf Produktebene in einer leichter zugänglichen Form zusammenfassen. Der Transparenzrahmen der Welthandelsorganisation (WTO) bleibe zentral, da die Vorankündigung von Entwürfen technischer und gesundheitlicher Maßnahmen Exporteuren Zeit zur Anpassung gebe, bevor die Regeln in Kraft treten. Da regulatorische Anforderungen im Welthandel eine immer größere Rolle spielen, könnten laut Bericht klarere Informationen und eine engere Zusammenarbeit die Handelskosten senken, ohne die Regeln neu schreiben zu müssen.
Der Beitrag „UNCTAD warnt vor steigenden Kosten durch unsichtbare Handelsregeln“ erschien zuerst im British Messenger .
