MOSKAU, RUSSLAND / EuroWire / — Präsident Wladimir Putin gab am Dienstag den erfolgreichen Test der Interkontinentalrakete Sarmat bekannt. Die Waffe werde bis Ende 2026 in den Kampfeinsatz gehen. Dies ist Moskaus jüngster öffentlicher Schritt zur Modernisierung seiner strategischen Nuklearstreitkräfte. In einer Fernsehansprache aus dem Kreml bezeichnete Putin die Sarmat als die stärkste Rakete der Welt und erklärte, sie sei zur Stärkung der landgestützten nuklearen Abschreckung Russlands konzipiert worden.

Putin erklärte, die Sprengkraft des Raketenkopfes sei mehr als viermal so hoch wie die vergleichbarer westlicher Raketen und er könne über 35.000 Kilometer weit fliegen sowie bestehende und zukünftige Raketenabwehrsysteme durchdringen. Diese Angaben präsentierte Putin bei der Bekanntgabe als Eigenschaften des Systems. Der Kommandeur der russischen strategischen Raketenstreitkräfte, Sergei Karakajew, berichtete separat von einem, wie er es nannte, erfolgreichen Start und erklärte, die Stationierung von Sarmat-Raketenwerfern werde die Kampfkraft der bodengestützten strategischen Streitkräfte stärken.
Aufnahmen staatlicher Medien zeigten Karakajew, wie er Putin per Videoschaltung unterrichtete, während ein vom russischen Verteidigungsministerium verbreitetes Video den Start von einem unbekannten Ort dokumentierte. Russische Beamte hatten den Startort in der ersten Ankündigung nicht genannt. Die Rakete soll das veraltete, in der Sowjetunion gebaute Wojewoda-System ersetzen, das lange Zeit Teil des russischen Arsenals an schweren Interkontinentalraketen war. Putin erklärte, die Sarmat erreiche die gleiche Leistung wie das Wojewoda-System, biete aber eine höhere Präzision und eine schnellere Startphase.
Programmgeschichte und -einführung
Der Test folgte auf jahrelange Verzögerungen im Sarmat-Programm. Die Entwicklung der Rakete begann 2011, und bis Dienstag war nur ein erfolgreicher Test öffentlich bekannt. Satellitenbilder und Waffenexperten deuteten im September 2024 darauf hin, dass ein vorheriger Sarmat-Test auf dem Kosmodrom Plessezk wahrscheinlich fehlgeschlagen war und einen Startsilo schwer beschädigt hatte. Russische Beamte bestätigten diesen Fehlschlag nicht öffentlich, doch die Ankündigung vom Dienstag präsentierte den jüngsten Start als Beweis für Fortschritte im Programm.
Die Sarmat ist eine schwere, flüssigkeitsgetriebene Interkontinentalrakete und eines von mehreren strategischen Systemen, die Moskau seit 2018 im Rahmen seiner umfassenden nuklearen Modernisierung hervorgehoben hat. Russische Offizielle geben an, dass die Waffe mehrere Sprengköpfe tragen und für Angriffe auf Ziele in interkontinentaler Reichweite ausgelegt ist. Die Ankündigung vom Dienstag konzentrierte sich auf die geplante Indienststellung der Rakete bis Ende des Jahres und nicht auf eine detailliertere technische Beschreibung seitens des Kremls oder des russischen Verteidigungsministeriums.
Breiterer strategischer Kontext
Der Raketenstart erfolgte vor dem Hintergrund, dass Russland im Konflikt mit dem Westen um die Ukraine weiterhin die Rolle seiner Nuklearstreitkräfte betonte. Putin hat seit Kriegsbeginn 2022 wiederholt auf Russlands strategisches Arsenal hingewiesen, und die Erklärung vom Dienstag verknüpfte das Sarmat-Programm direkt mit der umfassenderen Abschreckungsstrategie des Landes. Karakajew erklärte, die Stationierung von mit der Rakete bestückten Startrampen werde die Effektivität der bodengestützten strategischen Streitkräfte bei der Erfüllung ihrer Abschreckungsaufgaben verbessern.
Für Moskau wurde der Sarmat-Test sowohl als militärischer Meilenstein als auch als Signal dafür präsentiert, dass ein lange verzögertes Waffenprogramm kurz vor der Einsatzbereitschaft steht. Die am Dienstag veröffentlichten ersten Fakten waren zwar begrenzt, aber eindeutig: Russland erklärte den Start für erfolgreich, Putin sagte, die Rakete werde bis Ende 2026 einsatzbereit sein, und Offizielle bezeichneten Sarmat erneut als zentrales Element der nächsten Phase der russischen Streitkräfte für schwere Interkontinentalraketen.
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